Fast jedes Pferd oder Pony wird sie schon einmal gehabt haben – die Kolik

Fast jedes Pferd oder Pony wird sie schon einmal gehabt haben –  die Kolik

Die Kolik bei Pferden und Ponys kann unterschiedliche Ursachen haben, aber mit vielen Gesichtern. Nicht selten kann sie auch tödlich enden! Um diesem traurigen Schicksal zu entgehen, sollte grundsätzlich IMMER der Tierarzt gerufen werden! Als Pferdebesitzer ist es also wichtig zu wissen, wie man eine Kolik erkennen kann und was zu tun ist, bevor der Tierarzt kommt. Denn dann sind die Chancen gut, dass ihr Vierbeiner seine Bauchbeschwerden doch gut überstehen kann.

Kolik ist keine gezielte Krankheit, sondern ein "Oberbegriff" für jegliche Arten von Bauchschmerzen beim Pferd.

Wie erkenne ich, ob mein Pferd/Pony eine...

Leichte Kolik hat

Schwere Kolik hat

·         das Pferd scharrt und stampft mit den Vorderhufenblickt

·         das Pferd schwitzt

·         Dreht sich nach seinem Bauch um

·         wälzt sich auf dem Boden

·         tritt und beißt nach seinen eigenen Bauch

·         sitzt in Hundestellung

·         streckt sich, als ob es Urin lassen müsste: Sägebockstellung

·         legt sich auf den Rücken

·         ist unruhig und legt sich oft hin und steht wieder auf

·         kann nicht mehr aufstehen

·         Futterverweigerung

·         atmet sehr schnell (eventuell mit weit geblähten Nüstern, normal sind 8-20 Atemzüge pro Minute)

 

·         hat einen erhöhten Puls (mehr als 50 Schläge pro Minute)

 

·         Zahnfleisch und Augen sind gerötet

Diese Symptome verschlimmern sich, je weiter die Kolik fortschreitet.

Mögliche Ursachen einer Kolik

Bauchschmerzen sind nicht gleich Bauchschmerzen. Es sind Schmerzen im gesamten Bauchbereich des Pferdes, die eine Kolik auslösen können. Auch Leberprobleme, Blutgerinnsel oder Parasitenbefall können einen Einfluss darauf haben. Somit können die Ursachen einer Kolik entsprechend vielseitig sein: Oftmals sind es Blähungen oder Verstopfungen, oder Krämpfe im Darm, die eine Kolik auslösen, bis hin zu einem lebensbedrohlichen Darmverschluss. Manchmal haben bestimmte Witterungsverhältnisse auch einen Einfluss auf das sensible Pferd.

·         Blähungen & Verstopfungen

·         Darmkrampf (spastische Kolik)

·         Darmeinklemmungen & Darmverschiebung

·         Magenüberladung

·         Darmverschluss (lebensbedrohlich)

·         Bauchfell-Entzündung

·         Thrombosen (Blutgerinnsel)

·         Parasiten-Befall

·         ungewöhnliche Wetterlagen

Bestimmte Umstände können ein Pferd anfälliger für Koliken machen, wie z.B.: Zahnprobleme, Verwurmung und Skrotalhernien bei jungen Hengsten.

Erstversorgung

bei einer leichten Kolik:

bei einer schweren Kolik:

·         Futter und Stroh entfernen, aber Trinken lassen. Beobachten Sie Ihr Pferd aufmerksam, alle 30 Minuten Temperatur, Puls und Atemfrequenz messen und Werte schriftlich festhalten.

·         sofort Tierarzt anrufen und ihr/ihm die von Ihnen beobachteten Symptome beschreiben. Teilen Sie ihr/ihm auch die Dauer der Kolik mit.

·         Manchmal hilft es, wenn Sie Ihr Pferd jede halbe Stunde für fünf Minuten langsam führen - Bewegung fördert die Darmmotorik und hilft zu entspannen.

·         Geben Sie auf keinen Fall irgendwelche Medikamente (auch keine Wurmkuren) auf eigene Faust, sondern warten Sie auf Anweisungen von Ihrem Tierarzt.

 

·         Überprüfen Sie den Stall Ihres Pferdes. Entfernen Sie alle Gegenstände, an denen sich Ihr Pferd verletzen könnte, wenn es sich wälzt. Streuen Sie die Box mit z.B. Späne gut ein.

·         Setzen Sie sich keiner Gefahr aus - bleiben Sie in sicherer Entfernung, wenn sich Ihr Pferd wälzt.

 

·         Früher wurde Pferdebesitzern geraten, ein Pferd mit Kolik am Wälzen zu hindern. Handelt es sich lediglich um eine leichte Kolik und Ihr Pferd möchte sich nur zum Ausruhen hinlegen, können Sie das ruhig zulassen.

 

·         Falls sich die Kolik verschlimmert und Ihr Pferd anfängt, sich zu wälzen, sollten Sie unverzüglich Ihren Tierarzt rufen. In diesem Stadium können Sie Ihr Pferd noch eventuell vom Wälzen abhalten, indem Sie es führen.

 

·         Geben Sie auf keinen Fall irgendwelche Medikamente (auch keine Wurmkuren) auf eigenen Faust, sondern warten Sie auf Anweisungen von Ihrem Tierarztes.

 

Die weitere Behandlung wird dann der Tierarzt übernehmen und entscheiden wie schwerwiegend die Kolik ist und wie weiter verfahren wird. Wichtig ist, dass Sie ihm die ganze Vorgeschichte erzählen bis zum aktuellen Zustand des Pferdes. So kann sich der Tierarzt ein ungefähres Bild des Patienten machen und weiter verfahren:

1.       Beobachtung und Kontrolle des Allgemeinen Zustandes des Pferdes

2.       Überprüfung der Magen- und Darmaktivität

3.       Rektale Untersuchung (Abtasten des Darms über den After)

4.       Blutabnahme (Entzündungswerte)

Gängige Behandlungsmethoden & Medikamente

Die Behandlung hängt ganz von der Schwere sowie Ursache der Kolik ab. Oftmals reicht eine konservative Versorgung (nicht-chirurgisch) und das Pferd wird mit Hilfe kleinerer Behandlungsmaßnahmen sowie der Verabreichung von Medikamenten wieder fit. Doch in manchen Fällen ist der Grad der Kolik und die Ursache lebensbedrohlich, weshalb nur noch ein operativer Eingriff Rettung helfen kann.

Nichtoperative Heilung
Bei Koliken wie z.B. der spastischen Kolik (Darmkrämpfe), der Gaskolik oder der Anschoppungskolik (Ansammlung und Eintrocknung von Futter im Darm) reicht meistens die Zufuhr von Medikamenten oder die intravenöse Gabe von Masseninfusionen. Neben Schmerzmitteln, werden Pferden auch krampflösende Medikamente verabreicht, um so die Bauchhöhle zu entspannen. Sofern die Kolik kreislaufbedingt ist, werden auch kreislaufstabilisierende Medikamente gegeben. Zudem kommen abführende Mittel zum Einsatz, um den Magen und Darm zu leeren. Oftmals geht dies mit einer abführenden Diät einher. Wie bereits geschildert, kommt des Öfteren eine Nasenschlundsonde zum Einsatz, durch die Flüssigkeiten und Gase aus dem Magen abgelassen werden können. Geeignete Futtermittel sind z.B. gekochte Leinsamen, Öl oder gekochte Karotte und Rote Bete

·         Empfehlung: Olewo Karotten- und Rote Bete Chips mit Leinsamen und Öl in heißem Wasser einweichen und lauwarm verfüttern. Das erspart langes Kochen und hat eine wohltuende Wirkung auf Magen-Darm-Trakt. Zudem wirken Rote Bete in Kombination mit dem Öl "Schleim treibend" und können so schonend bei Verstopfung helfen.

Operativer Eingriff
Bei lebensbedrohlichen Koliken wie z.B. beim Darmverschluss hilft nur ein operatives Eingreifen. Dazu wird das Pferd narkotisiert und ihm wird die Bauchhöhle aufgeschnitten. Bei solch einem operativen Eingriff entscheidet sich meist erst auf dem OP-Tisch wie schwerwiegend die Kolik ist, und ob eine Operation tatsächlich Heilung verspricht. Teilweise müssen ganze Darmteile entfernt werden, weil diese abgestorben sind. Es gibt zudem Pferde, die noch auf dem OP-Tisch eingeschläfert werden, da die Kolik bereits zu weit fortgeschritten und eine Rettung nicht mehr möglich ist. Dies ist der Fall, wenn bereits zu viel Darm abgestorben ist oder Teile nicht mehr wiedervereint werden können.

Heilungschancen und OP
Die Heilungschancen stehen vor allem bei einer konservativen Heilung sehr gut, und das Pferd sollte bereits nach Vergabe der Medikamente erste Zeichen der Besserung zeigen. Bei einem operativen Eingriff hängt die Heilung nicht nur von der Narkose, vom Verlauf der eigentlichen Operation, und einem sicheren Erwachen sowie dem ersten Aufstehen ab, sondern vor allem von dem, was nach der Operation passiert. Die Überlebensrate bei Kolik-Operation liegt bei durchschnittlich 70-80 %. Umso früher das Pferd stationär behandelt wird, desto höher sind auch seine Überlebenschancen – deshalb ist ein schnelles Handeln bei einer Kolik auch so wichtig! Ca. 6-10 Wochen nach der Operation kann das Pferd meistens wieder geritten werden, doch ist in den Wochen nach der Operation immer höchste Vorsicht geboten. Die reine Operation kostet im Schnitt bereits 2.000,- Euro und bei Komplikationen in den Tagen nach der OP kann die Rechnung schnell nach oben schießen und bis zu 6.000,- Euro kosten. Dazu kommen Behandlungs- und Untersuchungskosten in den Wochen nach der OP. Viele Kliniken bieten dafür die Möglichkeit der Ratenzahlung an, sodass die Rechnungen nicht auf einmal beglichen werden müssen. Ob operiert werden soll oder nicht liegt bei der Entscheidung des Besitzers.

Kolik? Aber warum? Ein Exkurs in die Anatomie des Pferdes

Der Darm des Pferdes
Warum Pferde oftmals an Verdauungsstörungen sowie Magen- und Darmerkrankungen leiden, liegt an ihrer Anatomie. Der Darmkanal eines Pferdes ist sehr lang und umfasst mit Dünn- und Dickdarm ca. 30 Meter. Dabei liegen die Därme sehr beweglich in der Bauchhöhle des Pferdes und können sich aufgrund der enormen Länge leicht verdrehen, oder sogar einklemmen.

Der Magen des Pferdes
Der Magen eines Pferdes ist je nach Größe des Pferdes mit 5-15 Litern Fassungsvermögen vergleichsweise klein. Sowohl der Mageneingang als auch der Magenausgang befinden sich auf der oberen Magenseite und besitzen kräftige Schließmuskeln. Aus diesem Grund kann aufgenommenes Futter nur in die Richtung des Darms weitertransportiert werden und Pferde nicht erbrechen können. Auch die Muskulatur der Speiseröhre arbeitet nur in Richtung Magen und bei einer durchschnittlichen Länge von 1.5 Metern würde das Futter schlichtweg in der Speiseröhre stecken bleiben.

Die Wichtigkeit der Fluchtmöglichkeit
Diese besondere Anatomie des Verdauungstrakts beim Pferd hat einen ganz einfachen Grund: das Pferd ist ein Fluchttier und muss jederzeit in der Lage sein bei Gefahr im hohen Tempo davon zu rennen. Der lange Weitertransport vom Futter durch den Magen-Darm-Trakt belastet das Pferd nur gering und ermöglicht so eine ständige Flucht, sprich ist perfekt für das Pferd ausgelegt. Allerdings ist diese besondere Anatomie in der heutigen Zeit, mit der heutigen Fütterung, oftmals nicht mehr so vom Vorteil.

Ein großes Problem: Pferde können nicht erbrechen!

Langsame und energiearme Futteraufnahme
Dies ist auch der Grund, warum Pferde ihr Futter langsam und nur portionsweise aufnehmen. Ein Pferd ist in der Natur deshalb bis zu 18 Stunden am Tag mit der Futteraufnahme beschäftigt! Zudem ernähren sich Pferde natürlicherweise nur von energiearmen Futter wie Gräsern.

Vorbeugende Maßnahmen: natürliche, artgerechte Fütterung und Haltung

·         portionsweise Fütterung kleinere Mengen über den Tag verteilt

·         nur wenig energiereiches Futter (Kraftfutter, Brot), alternativ Öl geben

·          immer Heu zur Verfügung (z.B. in Form eines Heunetzes)

·          immer frisches Wasser zur Verfügung

·          ausreichend Bewegung im Freien

·          Stress- oder ungewohnte Situationen vermeiden

·          langsames Anweiden

Tags: Kolik
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