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Ekzemerbericht von Frau Hermine Kirsch       

Meine Isländerstute (10 Jahre alt, in Deutschland geboren, leichter Ekzemer seit dem 1. Fohlen, Ekzem wohl hormon- oder streßbedingt) wurde bisher entweder nur mit juckreizlindernden Cremes/Sprays bzw. in mückenreichen Jahren mit einer Ekzemerdecke behandelt. Bisher war dies immer ausreichend gewesen, allerdings nicht dieses Jahr. Sie lebt in einem Offenstall mit weiteren Pferden auf einer Weide nahe an einem fließenden Gewässer.

Nach dem langen Winter und dem ebenfalls lange, bis in den Juni hinein kühlen Frühjahr entwickelten sich sämtliche Fliegen- und Mückenvarianten sehr schlagartig zur gleichen Zeit zu voller Reife. Selbst die Nichtekzemer, mit denen sie zusammenlebt, waren durch das massive und plötzliche gemeinsame Auftreten der Insekten irritiert. Bei den ersten Anzeichen davon, daß sie zu Scheuern begann, legte ich die Ekzemerdecke auf, die Vollschutz bietet, allerdings weder Kopf- noch Beinteile hat.

Im Gegensatz zu früheren Jahren stoppte dies das Jucken und Scheuern diesmal nicht. Sie ließ zwar nun Mähne, Schweif und Bauch in Ruhe, begann sich aber massivst an Kopf, dort vor allem den Ohren und Augen, und den Beinen, vor allem vorne, zu scheuern. Praktisch über Nacht hatte sie sich große Wund- und Grindflächen angeschubbert, die Augenlider waren stark entzündet und begannen zu eitern, die Vorderbeine liefen dick an und aus den offenen Stellen dort sickerte permanent Sekret. Keine Salbe und kein Spray half diesmal. Die Stute wagte sich während des gesamten Tags nicht aus dem Stall und graste nur noch nachts.

Seitens des Tierarztes wurden Cortisoninjektionen vorgeschlagen, denen ich allerdings bei einem so jungen Pony eher skeptisch gegenüberstehe. Da die üblichen Mittel nicht halfen, stand ich vor der Wahl, sie in einen lokalen Reitstall zur Vollaufstallung zu bringen, oder alternative Behandlungsmöglichkeiten zu suchen. Rückfragen bei anderen Besitzern von Ekzemerisländern brachten nur die Erkenntnis, daß es dieses Jahr bei allen sehr, sehr schlimm sei und viele bereits mit Cortison gespritzt worden waren, weil bei ihnen andere Mittel auch kaum halfen.

Eher zufällig stieß ich auf der Seite von Olewo auf einen Bericht über die positive Wirkung der Rote Bete Chips bei Ekzemerpferden.

Meiner Stute ging es zwischenzeitlich so miserabel, sie war so ein Häufchen Elend, daß ich mir sagte, daß selbst wenn diese Chips sie nur in einen besseren Allgemeinzustand bringen würden, schon viel geholfen wäre. Ich traf mich also Ende Juni mit Herrn Depenau von Olewo, erhielt seine Fütterungsanweisungen für die Chips und begann Anfang Juli mit der Kur.

Ganz ehrlich, ich rechnete nicht mit irgendwelchen dramatischen Veränderungen, eher mit einem allgemein verbesserten Zustand. Doch noch bevor ich die tägliche Ration an Chips auf die seitens Herrn Depenau empfohlenen 200gr Trockenmasse erreicht hatte, konnte ich eine sehr deutliche Veränderung feststellen. Die Stute schubberte sich weit weniger oft, die parallel weiter verabreichte Heilsalbe blieb nun endlich auf den Wunden liegen, überall begann das Gewebe wieder abzuschwellen.

Ich hatte den Eindruck, daß sie insgesamt zufriedener wirkte, es schien der Juckreiz nachzulassen. Und das obwohl ich zu diesem Zeitpunkt nur noch Zinkheilsalbe auftrug, weder Fliegenmittel noch juckreizmindernde Mittel. Besonders dramatisch war die Veränderung um die Augen herum, sie hatte vor Beginn der Kur durch das dauernde Reiben zwei sehr extrem geschwollene Augen mit starkem, teils eitrigen Tränenfluß, bei denen zuvor weder entzündungshemmende noch antibiotische Augentropfen geholfen hatten. Nach nur 5 Tagen Rote Bete-Gabe waren die Augen abgeschwollen, sie tränten kaum und selbst mein Tierarzt war erstaunt über die Besserung ganz ohne Cortison oder Antibiotika.

Leider versäumte ich es, direkt bei Beginn der Kur Photos zu machen, die ersten Bilder (Bild 1 und Bild 2) zeigen also bereits den Zustand nach 1 Woche Behandlung mit den Roten Bete Chips. Man kann aber noch gut erahnen, wie schlimm der Zustand davor gewesen war, auch wenn die offenen Stellen nun deutlich im Abheilen begriffen sind und auch die Augen abgeschwollen und fast schon normal aussehen.

Ich fütterte die eingeweichten Chips zusammen mit frischen Karotten und etwas gequetschter Gerste und ein paar Löffeln Honig 2x am Tag. Anfangs fand sie den Geschmack nicht so lecker, aber mit der Zeit gewöhnte sie sich daran. Es blieb dabei, sie schubberte kaum noch, die offenen Stellen heilten und nach insgesamt 10 Tagen waren ihre Augen wieder völlig normal. Sie begann zu diesem Zeitpunkt auch wieder mit den anderen Pferden tagsüber zu grasen.

Bild 3 entstand nach rund 3 Wochen Rote Bete-Kur. Gut zu sehen ist, daß sich alle offenen Stellen geschlossen haben und die Augen wieder völlig normal sind.

Mitte August beendete ich die Kur nach rund 6 Wochen, denn ich konnte die Ekzemerdecke abnehmen. Von anderen Ekzemerhaltern weiß ich, daß dies dort trotz der kühleren Witterung keineswegs möglich war bzw. ist, die meisten sind jetzt noch, im September eingedeckt. Während der gesamten Kur besserte sich ihr Zustand zum Zusehen und täglich.

Die Stute ist sicher nicht geheilt, aber sie ist fast völlig frei von Juckreiz, und das ist bei einem Ekzemerpferd wirklich viel! Sie schubbert kaum noch, außer gelegentlich an den "klassischen Stellen", wie der Schweifrübe. Bild 4 zeigt sie aktuell, Anfang September, nach 3 Wochen ohne Chips und ohne Decke.

Ich weiß nicht wie die Roten Bete konkret arbeiten, aber ihre Wirkung war für mich verblüffend und sehr erfreulich. Ich werde sie - nach Rücksprache mit meinem Tierarzt - zusammen mit einer grundsätzlichen Sanierung des Verdauungstraktes im späten Winter und Frühjahr wieder füttern, denn wir haben beide den Verdacht, daß sie - wenn rechtzeitig genug eingesetzt - die Lebensqualität eines Ekzemers erheblich verbessern können. Wenn man bedenkt, daß ich mit der Gabe erst begonnen habe, als sich die Stute praktisch schon im schlechtest möglichen Zustand akuter Allergie befand, als der Tierarzt nur noch Cortison als Option ansah und nicht eines der üblichen Mittel überhaupt geholfen hatte, und sie allein schon aufgrund der vielen offenen, nässenden Stellen Mücken und Fliegen regelrecht anzog, dann ist dieser bisherige Erfolg wirklich beträchtlich.

Hermine Kirsch (September 2006)




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